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Entwicklung der Rechte der Frauen

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Eine Übersicht über die Entwicklung der Rechte der Frauen

Dank der Juristin Dr. Elisabeth Selbert kommt der Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ 1948 ins Grundgesetz der BRD.

Bis heute sind aber Männer und Frauen nicht gleichgestellt. Frauen leisten in der Regel die meiste Care-Arbeit, verdienen weniger und sind in “leitenden Positionen“ unterrepräsentiert.

Der internationale Frauentag ist am 8. März.
Gründerin ist die deutsche Sozialistin Clara Zetkin (geb.Eißner, 1857-1933)
Die ursprüngliche Sozialdemokratin und spätere Kommunistin trat seit 1889 öffentlich für die Rechte der Frauen ein. Sie war Mitkämpferin der deutsch-polnischen Revolutionärin Rosa Luxemburg und war als KPD-Mitglied Alterspräsidentin des letzten demokratisch gewählten deutschen Reichstags (1932). (1)

Der erste Frauentag war in den USA 1909,
am 19.3.1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz. Ab 1921 am 8. März. (2)

1977 verabschiedete die UN-Generalversammlung eine Resolution, die alle Staaten darum bat, einen Tag des Jahres zum Tag Vereinter Nationen für die Rechte der Frauen und den Weltfrieden zu erklären. (3)

Am 18.8.1896 legte das Bürgerliche Gesetzbuch nach §§1354 (Gehorsamsparagraph) fest, dass der Mann Oberhaupt der Familie ist und somit alles bestimmte (z.B. den Wohnsitz, die Erziehung).
Das 1949 geschaffene Grundgesetz für die BRD, Artikel 3, Absatz 2, der die „Gleichberechtigung von Mann und Frau“ festlegte, wurde erst 1977 die Zustimmungspflicht des Ehemannes im Falle einer Erwerbstätigkeit der Frau, aufgehoben, der „Gehorsamsparagraph“ abgeschafft. (4)

In der DDR gab es ihn schon nicht mehr. Am 8.3.1947 ging der Demokratische Frauenbund Deutschland (DFD) aus antifaschistischen Frauenausschüssen hervor. Nach der Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 wurde der DFD im Osten und Westen aktiv. 1957 wurde er in der BRD als verfassungswidrig verboten. In der DDR entwickelte er sich zunehmend als „staatsnahe“ Organisation unter der Kontrolle der „Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SED). Die Frauenbewegung entwickelte sich in der DDR in den 80er Jahren aus staatsunabhängigen und pazifistischen Frauen- und Lesbengruppen, ausgelöst durch den NATO-Doppelbeschluss 1979 und die Antwort der DDR-Regierung, etwa Wehrkundeunterricht und Diskussionen über die Einführung der Wehrpflicht für Frauen. 1982 wurde die Gruppe „Frauen für den Frieden“ (FfF) gegründet. Sie überreichten Erich Honecker eine Eingabe gegen das Wehrdienstgesetz.  Sie trafen sich im Schutzraum der evangelischen Kirchen. (5)

Der DDR-Staat versprach die Gleichstellung der Frauen. Sie wurde durch staatliche Kinderbetreuung, Mutterschutz und rechtliche Gleichstellung gefördert (Artikel 18 der DDR-Verfassung). Viele empfanden das jedoch als Doppelbelastung (keine oder wenig Hilfe im Haushalt und Kinderbetreuung. Bis 1989 arbeiteten rund 92% der Frauen. Trotzdem erreichten die Frauen keine Führungspositionen. Im Politbüro der SED war in den 40 Jahren keine einzige Frau vertreten. Unter den entscheidungsbefugten Funktionären waren in den Bezirksleitungen der SED 1984  4% Frauen. (6)

Die Frauenbewegung gibt es schon seit dem 18. Jahrhundert.

Olympe de Gouges war Revolutionärin, Frauenrechtlerin und Schriftstellerin im Zeitalter der Aufklärung, Verfasserin der „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“ von 1791. Berühmtes Zitat „Die Frau ist frei geboren und lebt in ihren Rechten dem Mann gleich.“ (7)

In Finnland erhielten die Frauen erstes Wahlrecht am 28.5.1906 in Europa und nach Neuseeland und Australien als dritter Staat weltweit.
1913 in Norwegen, 1915 in Dänemark, 1917 in den Niederlanden 1919 (aktiv), 1917 in Russland, 6.2.1918 „Vereinte Königreich“, zunächst für Frauen über 30 Jahren, volle Gleichberechtigung erst 2.7.1928.
Am 28.11.1918 Polen, die ersten 8 Frauen zogen 1919 in den „Sejm“. Vor 1795 und den Teilungen Polens (1772, 1773 + 1795) hatten Steuern zahlende Frauen das Wahlrecht.
Österreich am 12.11.1918 (Männer 1907)
Deutschland am 19.1.1919. (8)

Tschechoslowakei 1920, Schweden 1921, Dez. 1931 Spanien anerkannt, Nov. 1933 erstmals ausgeübt, 11. Dez. 1934 Türkei. (9)

Im Juli 1936 einstimmig in der Abgeordnetenkammer gevotet, (wurde aber nicht auf die Tagesordnung der 2. Kammer (Senat) gesetzt. Erst durch ein Dekret der provisorischen Regierung unter Charles de Gaulle wurde das Frauenwahlrecht am 21.4.1944  eingeführt. Frauen durften keine „öffentlichen Ämter“ bekleiden, hatten keine Berufsfreiheit, keine Eigentumsrechte/ keine Wehrpflicht. Erste stimmberechtigte Gemeindewahl 29.4.1945, 21.10.1945 Wahl der Nationalversammlung (33 von 586 Abgeordnete waren Frauen). (10)

Ab 18.1.1937 durften Frauen in Bulgarien auf lokaler Ebene wählen, wenn sie legal verheiratet und Mütter waren. Männer hatten Wahlpflicht, Frauen freiwillig. Ab 1937 erhielten verheiratete, verwitwete und geschiedene Frauen das Wahlrecht. Erst ab 16.10.1944 wurde das unbeschränkte Frauenwahlrecht eingeführt.
1946 erhielten Italienerinnen volles Wahlrecht (seit 1925 hatten sie nur das kommunale Wahlrecht, 1948 erhielten die Belgierinnen das Wahlrecht.
Am 7.2.1971 erhielten die Schweizerinnen das Wahlrecht auf Bundesebene. 1959 hatten die Männer das Wahlrecht noch abgelehnt. Auf kantonaler Ebene wurde es zuerst im „Kanton Waadt“ 1959 eingeführt. Zuletzt schloss sich 1990 der „Kanton Appenzell Innerrhoden“ aufgrund eines Bundesgerichtsentscheids unfreiwillig an. (11)

1984 kam Liechtenstein als vorletztes europäisches Land dazu, nach zwei ablehnenden Volksabstimmungen 1971 und 1973.
Im November 1918 trat in Deutschland das Reichswahlgesetz mit aktivem und passivem Wahlrecht für Frauen in Kraft.
Am 19.9.1919 durften die deutschen Frauen zuerst wählen. In der Nazizeit von 1933 bis 1945 wurde den Frauen das passive Wahlrecht genommen. (12)

Seit 1962 gibt es die Antibabypille. Seit 1974/76 ist die Abtreibung straffrei. (13)

1976 erstes Gesetz zur Reform des Ehe- und Frauenrechts. Bei Scheidung wurde das „Verschuldungsprinzip“ verworfen und die „Haus- und Care-Arbeit ansatzweise anerkannt und verrechnet. Die Frau durfte ihren Namen bei der Heirat behalten oder einen Doppelnamen wählen. Seitdem stieg der Anteil der von Frauen eingereichten Scheidungen auf 85 Prozent.
Die Arbeitserlaubnis durch den Ehemann  wird 1977 abgeschafft. (14)

Ab 1979 gab es einen Mutterschaftsschutz von 4 Monaten und Kündigungsschutz, davor nur 4 Wochen Pause.
1980 wurde das Gesetz zur Gleichbehandlung von Frauen und Männern am Arbeitsplatz verabschiedet. (EG-Anpassungsgesetz) Es untersagte Benachteiligungen bei Einstellung, Aufstieg und Kündigung.
1980 (CEDAW): Die Bundesregierung unterzeichnete das „Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau“, oft als Grundgesetz für Frauen bezeichnet. (15)

1994: das zweite Gleichberechtigungsgesetz tritt mit strengeren Sanktionen bei Benachteiligung im Arbeitsleben ein.
1994 (Grundgesetzänderung) Ergänzung des Artikel 3 Abs. 2.GG um den Satz: „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin“. (16)

In Deutschland erfährt jede 3. Frau Gewalt (psychisch oder sexuell), meist in der Partnerschaft. Lt. UN-Angaben erlebte 2023 jede 8 Frau zwischen 15 und 49 Jahren Gewalt in der Partnerschaft. Besonders beeinträchtigte Mädchen und Frauen erleben zwei bis dreimal häufiger Gewalt. (17)

Eine Rolle spielt auch die gezielte Abtreibung von weiblichen Föten sowie Frauenhandel. Über 230 Mio. Mädchen und Frauen leiden lt. UN-Bericht 2024 unter Genitalverstümmelung, besonders in Afrika, im Nahen Osten und Asien, 30 Mio. mehr als noch vor 8 Jahren. (18)

In Kriegen werden Massenvergewaltigungen (z.B in Bosnien-Herzegowia und Ukraine) als Waffe eingesetzt. (19)

2023 wurden lt. Bundesinnenministerium 360 Mädchen und Frauen in Deutschland aufgrund ihres Geschlechtes ermordet (Femizide). (20)

Seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 wurden die Rechte der Frauen und Mädchen in Afghanistan fast völlig eingeschränkt: keine weiterführenden Schulen und Universitäten mehr, die Arbeits- und Bewegungsfreiheit in der Öffentlichkeit wurden lt. UN „extrem eingeschränkt“. (21)

Im Iran werden die Frauen seit Jahrzehnten im Rahmen des islamischen Rechtssystems  unterdrückt. (Tod der 22jährigen Mahsa Amini im September 1922, weil sie die Kleidervorschriften nicht beachtet haben soll). Es löste landesweite Proteste aus, die vom Regime letztlich niedergeschlagen wurden. Viele Protestierende sitzen im Gefängnis, mehrere wurden hingerichtet. (22)

In Polen wurde das Abtreibungsgesetz von 1993 im Jahre 2020 noch einmal zum Abtreibungsverbot. (Ausnahme nur bei Gefahr des Lebens der Mütter oder nach einer Vergewaltigung) Auch nach dem Regierungswechsel im Herbst 2023 und einem gescheitertem Reformversuch 2024 hat Polen eines der strengsten Abtreibungsgesetze auf dem Kontinent. (23)

In Deutschland wurde 2022 der Paragraph 219a, das sogenannte „Werbeverbot“ aufgehoben. Eine Abtreibung ist in Deutschland gesetzlich rechtswidrig, bleibt aber straffrei. (24)

In den USA ist seit einem Urteil des Obersten Gerichtshofes 2022 jeder Bundesstaat selbst für die Abtreibungsgesetze zuständig: In 12 Staaten ist er nun weitestgehend  verboten. In sieben Staaten sprachen sich 2024 die Wählerinnen und Wähler für eine Aufnahme des Abtreibungsrechts in der jeweiligen Verfassung auf Landesebene aus. In drei weiteren Staaten scheiterte das Referendum. (25)

In Irland haben am 25.5.2018  66,4 Prozent für die Abtreibung gestimmt, 33,6 dagegen. Orla O´Connor, Vizedirektorin, rief die Kampagne ins Leben. Savita Halappanavar starb an den Folgen ihrer Schwangerschaft, da ihr ein Abbruch verwehrt wurde. Nach dem neuen Gesetz wurde die Abtreibung bis zur 12. Schwangerschaftswoche straffrei, danach nur aus medizinischen Gründen. (26)

Am 8.3.2024 stimmte das irische Volk in einem Referendum über die Einführung  des 39. und 40. Zusatzartikel zur Verfassung der Republik Irland ab, die den Artikel 41 abändern sollten. Es sollte die Definition der Familie auch auf langanhaltende Beziehungen abseits der Ehe ausgeweitet werden und die Beschreibung der Frau des Lebens der Frau innerhalb des Haushalts mit dortigen Pflichten entfernt und durch die allgemeine Pflege innerhalb der Familie ersetzt werden. Beides wurde mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. (27)

Lt. Abendblatt am 28.2.2026 haben Frauen in Hamburg durchschnittlich 25,29 € brutto und Männer 30,40 € brutto verdient, teilte das Statistikamt Nord am 25.2.2026 mit. Das ist 17 Prozent unter denen der Männer, bundesweit 16%. Die Daten stammen aus dem  April 2025 und wurden für den „Equal Pay Day“ am 27.2.2026 veröffentlicht.
Dieser „Gender Pay Gap“ lag 2024 in Hamburg noch bei 18 Prozent.
2025 lag der Unterschied bei Beschäftigten mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss besonders hoch: 21 Prozent, bei Menschen ohne Schulabschluss 8 Prozent. Der Hamburger Landesvorsitzende des Sozialverbandes SoVD, Klaus Wicher sagte: „Gleiche Bezahlung ist keine freiwillige Leistung, sondern eine Frage der Gerechtigkeit und Gleichstellung der Geschlechter.“ (28)

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Quellen

(1) Internationaler Frauentag Clara Zetkin Rosa Luxemburg  https://de.wikipedia.org/wiki/Clara-Zetkin

(2) Internationaler Frauentag https://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler Frauentag

(3) UN-Generalversammlung Resolution https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob

(4) Gehorsamsparagraph https://de.wikipedia.org/wiki/Gehorsamsparagraph

(5) DDR-Frauenbewegung https://de.wikipedia.org/wiki/Frauen-in-der-DDR

(6) DDR Gleichberechtigung https://www.bpb.de/Themen/deutsche-teilung-ddr-kompakt

(7) Olympe de Gouges https://www.de.wikipedia.org/wiki/Olympe-de-Gouges

(8) Wahlrecht Frauen https://www.de.wikipedia/wiki/frauenwahlrecht(Deutschland)

(9) https://www.de.wikipedia/wiki/Liste der Länder nach Einführungsjahr des Frauenwahlrechts

(10) Frauenwahlrecht Frankreich https://de.wikipedia.org./Frauenwahlrecht_weltweit

(11) https://de.wikipedia.org/Frauenwahlrecht/weltweit

(12) https://de.wikipedia.org.wiki/Liste_der_Länder_nach_Einführungsjahr_des_Frauenwahlrechts

(13) https://de.wikipedia.org/wiki/Antibabypille

(14) https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/1976-04-08-reform-ehe-und_familienrecht-832104

(15) https://www.bpb.de/Themen/Zeit/Kulturgeschichte/DeutschlandChronik/13192913-august-1980

(16) https://www.bpb.de/Themen/ZeitKulturgeschichte/DeutschlandChronik/132421/15.November1994

(17) https://unwomen.de/gewalt-gegen-frauen-in-deutschland

(18) https://de.wikipedia.org/wiki/weiblicheGenitalverstümmelung

(19) https://www.amnesty.at/news-events/news/bosnienkrieg-keine-Gerechtigkeit-fuer-Vergewaltigungsopfer

(20) https://www.bing.com/bundesministerium_des_Inneren_und_für_die_Heimat

(21) https://www.bing.com/Frauenrechte_in_Afghanistan_aktuell

https://www.medicamondiale.org/wo-wir-frauen-staerken/afghanistan

(22) https://www.bing.com/Frauenrechte_Iran

https://www.frauenbund.ch/aktuelles

(23) https://www.tagesschau.de/ausland/europa/polen-abtreibungsrecht-parlament

(24) https://www.bing.com/abtreibungsgesetz-deutschland+Werbeverbot

(25) https://tagesschau.de/Ausland/Amerika/USA/Wahlen-Bundesstaaten-Abtreibung

(26) https://www.bing.com
https://de.wikipedia.org/wik

(27) https://de.wikipedia.org/wiki/Referendum-in-Irland-2024

(28) “Equal Pay Day“ Frauen Hamburg Abendblatt vom 28.2.2026

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